Wie aus einer geklauten Spendendose 222.000 US$ werden

Am 5. Mai 2015 teilt das Tierheim Oldenburg auf seiner Facebook Seite einen Post von Veggiemaid. Vor laufender Überwachungskamera wurde dort eine Spendendose vom Tierheim geklaut.

Dadurch auf das Tierheim und dessen Bedarf an Spendengeldern aufmerksam geworden, kam die Idee das Tierheim in Oldenburg mit meinem KnowHow über Google AdWords bei der Öffentlichkeitsarbeit (und dem Spendensammeln) zu unterstützen.

Ad Grants Programm von Google

Google stellt mit seinem Ad Grants Programm gemeinnützigen Vereinen und Unternehmen unter bestimmten Voraussetzungen ein Werbebudget von bis zu 10.000 US $ monatlich zur Verfügung. Damit können AdWords Anzeigen in der Google Suche geschaltet werden, um auf die Arbeit der werbenden Organisation aufmerksam zu machen.

Damit dem Tierheim keine weitere Belastung durch zusätzliche Arbeit entsteht, wollte ich die Administration der Kampagne ebenfalls ehrenamtlich vornehmen. Für das Tierheim entstehen so durch die Teilnahme am Ad Grants Programm keine Kosten und vor allem auch keine zusätzliche zeitliche oder finanzielle Belastung.

Zunächst wurden die Bedingungen des Ad Grants Programmes studiert und sondiert, ob das Tierheim für eine mögliche Förderung qualifiziert ist. Als diese Punkte vorab geklärt waren, erfolgte kurzerhand am 11. Mai ein Anruf beim Tierheimleiter.
Diesem wurde am Telefon kurz meine Idee und das Ad Grants Programm von Google vorgestellt. Ungläubige Sprachlosigkeit stellte sich auf der anderen Seite der Telefonleitung ein. Knapp 45 Minuten später saß ich persönlich im Tierheim, um dort in einem Gespräch die einzelnen Punkte zu erläutern.

Gemeinsam wurden die notwendigen Formalitäten direkt im Büro geklärt und die Anmeldung bei stifter-helfen.de vorgenommen. Per Fax folgte dann die Übersendung der Freistellungserklärung. Nun hieß es abwarten…

Am 21. Mai fragte ich telefonisch bei der Tierheimleitung nach, ob es bereits eine Rückmeldung gegeben hätte. Es waren tatsächlich bereits E-Mails eingegangen, die mir dann weitergeleitet wurden.

Dem kurzen Überfliegen der Mails folgte große Freude: die Förderung war bewilligt!

Es folgte die Einrichtung des Google-Kontos, die erste provisorische Kampagne wurde erstellt. Bereits einen Tag später folgten die ersten Klicks und Impressionen.

Die erste Kampagne bezog sich noch recht allgemein auf “Hunde”. Nach Freigabe durch Google startete die Kampagne am 22. Mai am Vormittag. Das veranschlagte Tagesbudget war innerhalb der ersten Stunde komplett aufgebraucht. Es folgte der strategische Ausbau der Kampagnen.
Zur Optimierung wurden die ersten Sitelinks auf relevante Seiten, die Anruf- und Standorterweiterung eingerichtet. Geografisch wurde von ursprünglich bundesweiter Ausrichtung auf Oldenburg und einen Umkreis von 100km eingegrenzt, um damit einerseits das vorhandene Budget zu schonen sowie anderseits die Relevanz der Suchanfragen zu erhöhen.

In der darauf folgenden Zeit wurden regelmäßig Änderungen an den Kampagnen vorgenommen, um diese hinsichtlich ihrer Performance zu optimieren. Diese Anpassungen sind bei Teilnahme am Ad Grants Programm auch zwingend vorgeschrieben. In regelmäßigen Abständen sollte man sich ins AdWords-Konto einloggen und Optimierungen vornehmen, um weiterhin zur Teilnahme berechtigt zu sein. 

Qualifiziert für Ad Grants Pro

Am 10.12.2015 wurde die Teilnahme am Ad Grants Pro Programm von Google beantragt und noch am selben Tag bewilligt. Damit stehen nun bis zu 40.000 US$ Monatsbudget zur Verfügung, um via AdWords auf die wichtige Arbeit des Tierheims aufmerksam zu machen.

Ein Jahr Google AdWords für das Tierheim Oldenburg

Im vergangenen Jahr konnten wir durch das Ad Grant Programm von Google mehr als 3 Millionen Anzeigenimpressionen und 235.000 Klicks verzeichnen. Damit liefern die AdWords-Anzeigen aktuell mehr als 61% der gesamten Zugriffe auf die Webseiten des Tierheim Oldenburg. Eine tolle Möglichkeit auf die Arbeit des Tierheimes aufmerksam zu machen.

Fazit

Ich weiß nicht, ob der Dieb der Spendendose ermittelt wurde. Aber ich bin ziemlich sicher, dass darin keine 220.000 US$ waren :-)